AfterKey/Über AfterKey

Was ist AfterKey?

AfterKey ist ein digitaler Briefumschlag, den deine Angehörigen erst dann öffnen können, wenn du nicht mehr erreichbar bist. Drin stehen Hinweise — keine Passwörter, keine Schlüssel — sondern Antworten auf die Frage „Wo finde ich was?".

Das Problem

In Deutschland sterben jedes Jahr rund 3,5 Millionen Menschen. Fast alle hinterlassen digitale Konten, die niemand auflösen kann: Passwörter weg, Zwei-Faktor-Codes weg, Krypto-Wallets verschollen, Cloud-Speicher gesperrt. Banken, Versicherungen und Plattformen brauchen Wochen oder Monate für eine Übertragung — wenn sie überhaupt möglich ist.

AfterKey ist keine Lösung für dieses Problem, aber es ist ein Anker: ein klar definierter Ort, an dem du deinen Angehörigen sagst, wo sie suchen sollen.

Was AfterKey NICHT ist

  • Kein Testament. AfterKey regelt nicht die rechtliche Verfügung über dein Vermögen — das gehört zu einem Notar oder Anwalt.
  • Kein Passwort-Manager. AfterKey speichert keine Passwörter direkt. Du schreibst Hinweise, wo deine Angehörigen die Passwörter finden (z. B. „auf dem gelben Post-It im Tresor").
  • Kein Cloud-Lager für Originaldaten. Wir verwahren keine Dokumente, keine Bilder, keine Wallets. Du sagst nur, wo sie liegen.

Wie es technisch funktioniert

1
Du schreibst Hinweise auf.

Z. B. 'Krypto-Hardware-Wallet liegt im Bankschließfach Nr. 47', 'Steuerunterlagen im roten Ordner, Regal links'. Jeder Hinweis wird auf deinem Gerät verschlüsselt — der Server sieht nur den Ciphertext.

2
Du wählst Vertrauenspersonen und Erben.

Vertrauenspersonen sind Menschen, die später bestätigen, dass dir wirklich etwas passiert ist (z. B. Ehepartner, Geschwister, Freund). Erben sind die Empfänger der Hinweise (z. B. Kinder, Eltern, Anwalt).

3
Der Schlüssel wird kryptografisch geteilt.

Der Master-Schlüssel zu deinen Hinweisen wird in mehrere Stücke zerlegt (Shamir's Secret Sharing). Jede Vertrauensperson bekommt ein Stück — verschlüsselt mit ihrem persönlichen Provenance-Schlüssel.

4
Auslösung passiert nur kontrolliert.

Entweder über den Dead-Man-Switch (du meldest dich X Tage nicht), oder weil deine Vertrauenspersonen den Tod manuell bestätigen. Beides wird mit Warnstufen kommuniziert — bevor irgendetwas passiert.

5
Erst die Schwelle K von N öffnet den Tresor.

Wenn z. B. 2 von 3 Vertrauenspersonen ihren Schlüssel-Anteil freigeben, kann der Master-Schlüssel rekonstruiert werden. Erst dann sehen die Erben die Hinweise — und nur die, die ihnen explizit zugeordnet wurden.

Wann genau löst der Plan aus?

Du wählst beim Einrichten zwischen drei Auslöse-Optionen:

Dead-Man-Switch

Du bekommst alle X Tage eine kurze E-Mail mit der Frage 'Bist du noch da?'. Ein Klick reicht. Reagierst du nicht, werden Vertrauenspersonen und Erben in mehreren Stufen vorgewarnt — frühestens 30 Tage, dann 14 Tage, dann 3 Tage vor Auslösung.

Manuelle Bestätigung

Auch ohne Dead-Man-Switch können deine Vertrauenspersonen jederzeit zusammenkommen und den Auslöser manuell anstoßen — z. B. wenn dir etwas passiert ist und sie das wissen.

Selbstauslösung

Im Notfall kannst du den Plan auch selbst aktiv freigeben — etwa wenn du im Krankenhaus liegst und deine Angehörigen jetzt Zugriff brauchen.

Sicherheit

AfterKey nutzt dieselbe Verschlüsselung wie professionelle Passwort-Manager: AES-256-GCM für den Inhalt, X25519 mit ephemeren Schlüsseln für die Weitergabe an Vertrauenspersonen, Shamir's Secret Sharing im Galois-Feld GF(256) für die Schwellwert-Logik.

Wichtige Eigenschaften:

  • Der Server sieht nie deine Hinweise im Klartext.
  • Eine einzelne Vertrauensperson hat keine Information über den Master-Schlüssel — erst K von N zusammen ergeben ihn.
  • Vertrauenspersonen können sich gegenseitig nicht aushelfen: ihre freigegebenen Anteile werden in einem separaten, nur für Cloud-Functions lesbaren Bereich gespeichert.
  • Jeder Plan wird mit einem Provenance-Zertifikat verankert — seine Existenz und Konfiguration ist kryptografisch zeitgestempelt.

Preise

Free
0 €
  • 1 Nachlass-Plan
  • 3 Hinweise pro Plan
  • 2 Vertrauenspersonen
  • Dead-Man-Switch inklusive
Premium
29,90 € / Jahr
  • Unbegrenzte Hinweise
  • Bis zu 5 Vertrauenspersonen
  • Granulare Hint-Zuordnung pro Erbe
  • Vorrangiger Support

Du kannst jederzeit zwischen den Stufen wechseln. Ein einmal erstellter Plan bleibt in beiden Tarifen lesbar — nur das Hinzufügen neuer Hinweise und Vertrauenspersonen ist im Premium-Tarif unbegrenzt.

Häufige Fragen

Was passiert, wenn eine Vertrauensperson ihren Account verliert?

Solange genug andere Vertrauenspersonen ihren Anteil haben, läuft der Plan unverändert. Du kannst auch jederzeit eine Vertrauensperson austauschen — dann wird der Master-Schlüssel neu auf alle aktuellen Personen aufgeteilt.

Was, wenn ich selbst meinen Provenance-Schlüssel verliere?

Du kannst deinen Schlüssel wiederherstellen, solange du dein Backup-Passwort kennst. Ein verlorenes Backup-Passwort lässt sich aus Sicherheitsgründen nicht zurücksetzen — wir kennen es nicht.

Können meine Vertrauenspersonen gemeinsam die Hinweise stehlen, während ich noch lebe?

Nur wenn alle K Vertrauenspersonen aktiv zusammenarbeiten — und auch dann landen die freigegebenen Anteile auf einem Server-Bereich, den nur die offiziellen Erben (per Cloud Function) abrufen können. Eine private Absprache zwischen Trustees umgeht das System nicht.

Kann ich den Plan jederzeit löschen?

Ja. 'Deaktivieren' beendet die Auslösungs-Logik sofort, deine Hinweise werden aus der Datenbank entfernt. Das Provenance-Zertifikat (ohne Inhalt) bleibt zum Beweis, dass der Plan irgendwann existierte.

Was ist mit Daten, die im Ausland liegen?

AfterKey selbst läuft auf Servern in der EU (Firebase europe-west3). Aber Hinweise, auf die du verweist, können natürlich auf Konten in den USA, in der Schweiz oder anderswo liegen — die Verarbeitung dieser Konten richtet sich nach deren AGB.

Wir können deine Hinweise nicht lesen.

Die Verschlüsselung passiert auf deinem Gerät, mit deinem Provenance-Passwort als Wurzel. Ohne dein Passwort und ohne die Schwelle K aus deinen Vertrauenspersonen ist kein Klartext rekonstruierbar — auch nicht für uns, auch nicht auf gerichtliche Anordnung. Das ist die Idee.

AfterKey ist kein Testament und ersetzt keine letztwillige Verfügung. Für die rechtliche Regelung deines Nachlasses wende dich bitte an einen Notar oder Anwalt.